Von einem New Yorker Restaurant um die Welt: 1950 wurden die ersten Karten ausgegeben. An der Finanzkrise ist die Plastikkarte nicht ganz schuldlos.
Seine revolutionäre Geschäftsidee soll Frank McNamara nach dem peinlichen Ende eines Essens in New York gekommen sein: Als der Geschäftsmann die Rechnung begleichen wollte, fiel ihm mit Schrecken auf, dass er nicht genug Bargeld in der Brieftasche hatte. Um nie wieder in diese unangenehme Situation zu kommen, ersann McNamara eine Lösung und präsentierte am 8. Februar 1950 die Diners Club Card - die erste Kreditkarte der Welt.
In den folgenden 60 Jahren trat die Erfindung einen weltweiten Siegeszug an. Doch das Image der Karte hat durch Datenskandale gelitten - und auch an der Finanzkrise ist sie nicht schuldlos.
Werbegag
Ob sich die noch heute von Diners Club als Gründungsmythos gepflegte Episode in dem New Yorker Restaurant tatsächlich so zu getragen hat, ist unsicher. Eine Schweizer Zeitung berichtete einmal unter Berufung auf McNamaras PR-Agenten, dass die Geschichte als Werbegag ersponnen wurde. Klar ist jedoch, dass McNamara im Februar 1950 die erste Kreditkartenorganisation der Welt gründete.
Zunächst erlaubten 28 Restaurants und zwei Hotels den aus der New Yorker Oberschicht stammenden Inhabern der damals noch aus Karton gefertigten Diners Club Card, ihre Ausgaben anzuschreiben. Bezahlen musste der exklusive Zirkel erst am Ende eines jeden Monats, abgerechnet wurde gegen Gebühr über den Diners Club, der nach Angaben des Unternehmens bereits im ersten Jahr 10.000 Mitglieder zählte.
Für den Geldverkehr bedeutete die Kreditkarte eine grundlegende Neuerung. Neben Restaurants und Hotels nahmen nach und nach auch Reisebüros, Autoverleiher, Fluglinien und Geschäfte zunächst in den Vereinigten Staaten und schließlich weltweit die Karten an. Schnell witterten auch Konkurrenten von Diners Club das lukrative Geschäft und Unternehmen wie MasterCard, American Express und die Bank of America brachten eigene Karten auf den Markt.
Österreich
Auch in Österreich war Diners Club im Jahre 1961 das erste Unternehmen, das Kreditkarten ausgab. Hierzulande sind momentan etwa 170.000 Diners-Club-Karten im Umlauf, sagte Karl Kainzner, Geschäftsführer von AirPlus. Die Gesellschaft im Eigentum von Bank Austria, AUA und Lufthansa hat die Franchiserechte für Diners Club in Österreich. Insgesamt besitzen die Österreicher knapp 2,5 Millionen Plastikkarten, wobei das Gros auf Visa und MasterCard entfällt.
Vor- und Nachteile
Darth Vader soll's richten: Die Bank of America angelt nach neuen Kreditkarten-Kunden.Auch die Österreicher lernten also die Vorzüge des Plastikgeldes schätzen: Die Inhaber von Kreditkarten können meist mit Leichtigkeit weltweit ohne Bargeld in der Tasche bezahlen, Geld abheben oder sie als Sicherheit etwa bei einem Autoverleih angeben. Für einige Transaktionen fallen dabei allerdings Gebühren an.
Doch die Karten haben auch Nachteile. Viele Buchungen und Käufe im Internet sind ohne Kreditkarte kaum noch möglich, obwohl gerade hier viele Gefahren lauern. Datendiebe ergaunern immer wieder Kreditkartennummern, wogegen die Inhaber so gut wie machtlos sind. Erst im vergangenen Herbst mussten in Deutschland Hunderttausende Karten aus dem Verkehr gezogen werden, nachdem bei einem spanischen Dienstleister offenbar Daten abhandengekommen waren.
"Teufelskreis"
Ein weiteres Problem ist im Grundprinzip der Kreditkarten angelegt: Bei einer Zahlung wird der fällige Betrag meist nicht sofort abgebucht, sondern taucht erst mit Verzögerung als Minus auf dem Bankkonto auf. Was für eine leere Urlaubskasse ein Segen ist, hat in den USA nach den Worten von Präsident Barack Obama zu einem "Teufelskreis" geführt, der die Finanzkrise verschärfte.
So häuften nach Regierungsangaben 44 Prozent der US-Haushalte Kreditkarten-Schulden an, die sie den angeschlagenen Banken teilweise nicht mehr zurückzahlen konnten. Die hohen Strafgebühren der Kreditkartenunternehmen schnürten vielen säumigen Schuldnern zudem so sehr die Luft ab, dass sie immer mehr ins Minus rutschten. Als Reaktion schuf die Regierung ein Gesetz, das unter anderem die Vergabe von Kreditkarten an Kunden unter 21 Jahren erschwert und die Gebühren der Unternehmen begrenzt. Die neuen Regel sollen in wenigen Tagen in Kraft treten - fast pünktlich zum 60. Geburtstag der Kreditkarte.
Öncelikle Brunnenmarkt’tan başlayalım. Sizinle 2 yıl önce yaptığımız bir röportajda Brunnenmarkt’la ilgili birçok projeden bahsetmiştiniz. Bu projelerin ne kadarını gerçekleştirdiniz? Daha ne gibi yenilikler olacak?